Generation 45+ auf Erfolgskurs

Nur noch gute drei Wochen, dann geht vom 24. – 25. November 2017  die myQ Messe in München an den Start! Passend zu unserem neuen Blogbeitrag wird Prof. Dr. Andreas Otterbach am Freitag, 24. November, um 16.00 Uhr einen Vortrag zum Thema „Chancen der Generation 45+“ im Forumsbereich der myQ halten. Otterbach ist 2011 dem Ruf der Hochschule der Medien Stuttgart gefolgt und ist seit 2014 Dekan des Studiengangs Print-Media-Management.

Mit dem Stichwort Karriere verbindet man häufig junge, aufstrebende Talente. Gut ausgebildet und voller Eifer stürzen sich die Jungen in die Berufswelt und erklimmen die Karriereleiter. Physisch und psychisch strotzen sie nur so vor Energie und Tatendrang und bereichern Unternehmen mit ihren Visionen und ihrem Können.

Über den Daumen gepeilt werden Karrierepläne bis in die 40´er Jahre aktiv angegangen.

In den 50´ern werden die Früchte der harten Arbeit geerntet und andere Lebensbereiche rücken wieder verstärkt in den Fokus. Denn den „Platz an der Sonne“ hat man sich gesichert und automatisch geht das Bestreben nach Weiterbildung, um im Job noch weiter voranzukommen, zurück.
Da wird der Zweifel, welchen Mehrwert Herr Meyer aus der IT-Abteilung für das Unternehmen (noch) hat, schnell laut. Oder Frau Müller, die Chefsekretärin, die sich etwas schwertut die computergestützten Technologien effizient zu nutzen? Die jungen Leute haben das hingegen im Blut – um einmal die gängigen Plattitüden überspitzt darzustellen.

Aber Hand aufs Herz: Wird diese Verallgemeinerung der Generation 45+ wirklich gerecht? In Bezug auf das Streben nach beruflicher Weiterbildung, ganz gleich welchen Bereichs, sollten Unternehmen ihren Mitarbeitern der Generation 45+ häufiger aktive Partizipation zusprechen und diese motivieren, statt sie auf dem Abstellgleis zu parken.

Die Mär von der weiterbildungsresistenten Generation 45+

Laut der aktuellen Studienergebnisse des Adult Education Survey (AES) 2016, befördert vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), welche im August 2017 veröffentlicht worden sind, ist das Weiterbildungsverhalten in Deutschland weiterhin auf einem hohen Niveau. Insgesamt nimmt jeder Zweite im Alter von 18-64 mindestens einmal im Jahr an einer Weiterbildung teil. Somit wurde auch im Jahr 2016 das Ziel erreicht, auf welches sich der Bildungsgipfel im Jahr 2008 verständigt hat.

Anhand der Studienergebnisse ist zwar abzulesen, dass das Weiterbildungsverhalten bis zum Alter von 50 Jahren am stärksten ausgeprägt ist, aber auch, dass die Generation 45+ in den letzten 10 Jahren immer häufiger an Weiterbildungen teilnimmt. Selbst in der Altersgruppe 65+ nimmt noch jeder Fünfte an einer Weiterbildung teil. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka bringt es auf den Punkt: Weiterbildung lohnt sich in jedem Alter. Sie ermöglicht es uns, unser Wissen und unsere Kompetenzen an die sich ändernden Lebens- und Arbeitswelten anzupassen.“
Hauptbezugspunkt der sich ändernden Lebens- und Arbeitswelten ist die Digitalisierung. Nicht nur die Weiterbildungsmaßnahmen in diesen Bereich werden immer wichtiger für die Generation 45+, sondern laut AES-Erhebung werden 40% aller Weiterbildungsmaßnahmen in digital gestützter Form bereitgestellt. Ergo: Die Partizipation an Weiterbildung der Generation 45+ ist an einen Know-how-Dualismus des lebenslangen Lernens geknüpft.

Wenn Sie auf der Suche nach geeigneten Weiterbildungsmöglichkeiten für sich oder Ihre Mitarbeiter sind, dann besuchen Sie die myQ Messe alternativ auch im Frühjahr 2018 vom 16. – 17. März in Düsseldorf. Weitere Infos finden Sie in unseren sozialen Netzwerken Facebook, Xing, LinkedIn und Twitter.

Generation 45+ als Leistungsträger wahrnehmen!

Setzt man die Arbeitswelt in Beziehung zur Ballade „Der Zauberlehrling“ von Johann Wolfgang von Goethe wird schnell deutlich, dass eine Allegorie vorliegt. Die Verwandtschaftsbeziehung liegt darin, dass die Generation 45+ die Zaubermeister der Unternehmen sind und die jungen, aufstrebenden Talente als deren Lehrlinge fungieren. Und genau dieses Potential sollten sich Unternehmen vor Augen führen und fördern.
Die Mitarbeiter der Generation 45+ sind häufig nicht nur enorm versiert in ihrem Tätigkeitsfeld, sondern haben daneben auch eine gewisse Altersweisheit inne, die den jüngeren Mitarbeitern eines Unternehmens noch fehlt – Grundlagenwissen gepaart mit Erfahrungswerten und stetigem Wachsen mit seinen Aufgaben.
Der Marketingchef eines Unternehmens mag zwar der Generation 45+ angehören und ist (noch) nicht der Fitteste im Bereich Online-Marketing, dennoch macht diesem im klassischen Marketing keiner der jüngeren Kollegen etwas vor. Insbesondere dann, wenn der Marketingchef schon mehrere Jahre im Unternehmen arbeitet, liegen die Vorteile auf der Hand: Er ist mit den Zielen des Unternehmens bestens vertraut, er kennt den Markt, und vor allem, er kennt die Wünsche und Vorstellungen der Kunden. All diese Erfahrungswerte sind für Unternehmen überlebenswichtig. Daher wäre ein Verzicht auf ältere Mitarbeiter der Generation 45+ enorm kontraproduktiv, denn von wem sollte die jüngere Mitarbeitergeneration dann lernen, Mehrwerte für das Unternehmen zu generieren?!

„Mehr-Generationen-WG“ als Erfolgskonzept für Unternehmen

Vom Augenzwinkern in der Absatzüberschrift einmal abgesehen – die Zusammenarbeit von jüngeren Mitarbeitern und denen der Generation 45+ sollte in Unternehmen gefördert und kultiviert werden. Dabei liegt der Fokus jedoch nicht nur darauf, dass die Jungen von den Älteren lernen sollten, sondern gleichermaßen umgekehrt. Das Beispiel des eben erwähnten Marketingchefs lässt sich auch von der anderen Seite aus denken. Die jüngeren Mitarbeiter können ihn gezielt unterstützen seine Kompetenzen im Bereich des Online-Marketings auszubauen, Stichwort Social Media. In erste Linie sollte zwar eine geeignete Weiterbildung dem Kompetenzerwerb vorausgehen, aber um auch nach der Weiterbildung eventuelle Fragen zu beantworten und Praxisbezüge zu verfestigen, ist ein Rückgriff auf das Wissen der jüngeren Kollegen eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Reverse Mentoring ist das Zauberwort, um alle Generationen eines Unternehmens zu mobilisieren und den Unternehmenserfolg weiterzuentwickeln.


Von der Theorie zur Praxis

Das Technikunternehmen Bosch verfolgt das Reverse Mentoring aktiv, indem hier bewusst Teams aus jüngeren Mitarbeitern mit Mitarbeitern der Generation 45+ zusammengestellt werden. Der große Vorteil von gemischten Teams ist, dass Herausforderungen umfassender erkannt werden und sich so besser und schneller lösen lassen. Die Innovationskraft wird also gestärkt. Abgesehen davon, dass sich seit Jahren in Deutschland ein demographischer Wandel vollzieht und es daher nur klug ist für zukunftsorientierte Unternehmen die Generation 45+ zu fördern und eine Partizipation an Weiterbildungsmaßnahmen bereitzustellen, gehören zum lebenslangen Lernen eben auch unterschiedliche unternehmensinterne Maßnahmen.
Coachings, Job Rotation der auch On-the-Job Maßnahmen unterstützen nicht nur den reinen Wissenserwerb, sondern befördern ebenso den Kompetenzerwerb der Mitarbeiter aller Generationen miteinander.

Die späteren Karriereschritte der Generation 45+ mögen sich zwar von denen der jüngeren Mitarbeiter unterscheiden, da diese zum Teil in kleineren Schritten vorangehen, aber das Potential ist keineswegs geringer. Die Zahlen zum Weiterbildungsverhalten der Generation 45+ des Adult Education Survey 2016 bestätigen, dass ältere Mitarbeiter nicht zwingend weniger motiviert sind an Weiterbildungen teilzunehmen, wenn Unternehmen die Voraussetzungen dafür schaffen.
Die Vielfalt ist das Salz in der Suppe des Erfolgs für zukunftsorientierte Unternehmen.

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