Führen der Generation Y

Was wir von den Skandinaviern lernen können

Sie erobern den Arbeitsmarkt: die Millennials, junge, meist sehr gut ausgebildete Fachkräfte. Doch die Generation Y stellt Unternehmen häufig vor neue Herausforderungen: Sie will nicht nur selbstbestimmt leben, sondern auch selbstbestimmt arbeiten. Selbstführung, Mitsprache, Ideen einbringen sind für die Gen Y selbstverständlich. Für konventionelle Unternehmen aber nicht. Dabei ist es gar nicht so schwer, diese jungen Idealisten zu führen – machen es die Skandinavier schließlich schon seit Jahrzehnten vor.

Wenn Berit Moßbrugger am Freitag, 24. November 2017 um 13.oo Uhr im Forumsbereich der myQ in München über “Führen der Generation Y: Was wir von den Skandinaviern lernen können” referiert, weiß sie, wovon so spricht. Die Geschäftsführerin der Weiterbildungssuchmaschine kursfinder.de führt nicht nur selbst ein rund zehnköpfiges Team dieser Generation. Als Teil der Educations Media Group (EMG) mit Hauptsitz in Stockholm hat die kursfinder.de-Chefin die schwedische Führungskultur am eigenen Leib erfahren und sich einiges davon abschauen können. Einfach war das anfangs nicht.

Sie interessieren sich für werteorientierte Führungskompetenzen und sind gespannt auf den inspirierenden Vortrag von Berit Moßbrugger? Dann besuchen Sie uns auf der myQ Messe in München vom 24. – 25. November 2017. Alternativ können Sie die myQ Messe auch im Frühjahr 2018 vom 16. – 17. März in Düsseldorf besuchen. Rund um das Thema berufliche Weiterbildung, Coaching und Karriere, können Sie sich individuell und persönlich beraten lassen von renommierten Ausstellern. Besuchen Sie auch auf auf Facebook, Xing, Twitter und LinekdIn und bleiben so stets auf dem neusten Stand. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!


Klare Regeln versus Sinnfrage

“Wir Deutschen kennen eine Führungskultur mit Preußischen Tugenden. Es gibt klare Regeln und Tugenden, an die wir uns halten”, veranschaulicht die myQ Referentin. In Schweden gebe es dagegen weniger unbegründete Regeln. “Jedem Kind wird schon antrainiert, warum das, was es tut, Sinn macht. Die Y-Frage, die Sinnfrage, die sich die Generation Y ständig stellt, wird von klein auf ständig beantwortet”, beschreibt Moßbrugger, die selbst einige Jahre in Stockholm gelebt und gearbeitet hat.

Als sie damals nach Schweden gekommen ist, war sie absolut deutsch. Mit dem Chef über dessen Führungsstil zu sprechen, Kritik zu äußern und offen mit dem Manager über die Zusammenarbeit mit den Kollegen zu reden – für sie bis dahin undenkbar. “Ich konnte im ersten Jahr gar nicht damit umgehen, dass mir ein Chef auf Augenhöhe gegenübersitzt”, erinnert sie sich. Erst nach und nach gelang es ihr, die zurückhaltende deutsche Hülle abzustreifen und sich auch gegenüber ihres Vorgesetzten zu öffnen.

Kaum Gewinn an Ansehen

Führen findet in Schweden ohne Hierarchien statt, ganz so, wie es die Generation Y fordert. Eine schwedische Führungskraft stellt sich nicht über ihre Mitarbeiter. “Wenn ein Schwede zur Führungskraft befördert wird, empfindet er – anders als in Deutschland – vor allem Verantwortung anstatt Stolz”, erläutert die 35-Jährige. Ein schwedischer Chef gewinne durch seine Position nicht an Ansehen, sondern an Aufgaben und Verantwortung. “Er weiß, dass er auf seine Mitarbeiter bauen können muss. Deshalb ist es ihm wichtig, dass sich die Mitarbeiter wohlfühlen und ihren Sinn im Team erkennen. Trifft das nicht zu, wird er als Chef scheitern”, bringt es die junge Firmeninhaberin auf den Punkt. Also weg mit den Privilegien, weg mit den Statussymbolen. Hin zum mitarbeiterorientierten Führungsstil.

Wie es ist, als Führungskraft die Zügel locker zu lassen, keinen Kontrollzwang an den Tag zu legen und trotzdem erfolgreich ein Unternehmen zu leiten, darauf wird Berit Moßbrugger in ihrem Vortrag bei der myQ München näher eingehen. Und nein, beim Führen der Generation Y geht es keineswegs um Laissez-faire. “Ein schwedischer Chef wird seine Erfahrungen dennoch einbringen, wenn der Plan eines Mitarbeitern nicht ganz aufgeht. Aber durch den Dialog wird er dem Mitarbeiter das Gefühl geben, von selbst darauf gekommen zu sein. Er wird immer dafür sorgen, dass der junge Mitarbeiter empfindet, selbst Anteil genommen und den Weg dahin kreiert zu haben. Dass er sinnstiftend tätig war”, gibt Berit Moßbrugger einen kleinen Einblick davon, was es heißt, Millennials erfolgreich zu führen. Mehr verrät sie den Messebesuchern vor Ort in München.

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