Berufliche Weiterbildung und Motivation

Wer eine berufliche Weiterbildung beginnt, wird mit Sicherheit irgendwann einmal an den Punkt kommen, wo er so gar keine Lust mehr hat. Vielleicht sogar mehr als einmal. Vor allem, wenn man eine Weiterbildung berufsbegleitend absolviert. Zu der Belastung von täglich acht Stunden Arbeit (manchmal auch mehr), Stress mit Kunden und Kollegen, kommt dann noch das Pauken. Die meist eh schon knappe Freizeit wird dadurch noch mal geschmälert. Was im Studium schon anstrengend war, erreicht im Verlauf einer berufsbegleitenden Weiterbildung häufig noch mal ein ganz neues Level.

Hier ist durchhalten angesagt – sonst war am Ende alles für die Katz. Und das ist doppelt so ärgerlich, wenn man für die berufliche Weiterbildung sogar selbst aufkommt. Wir haben ein paar Tipps zusammengestellt, wie das gelingen kann.


Das kann ich im Vorfeld tun

Entscheidend ist, dass man sich, bevor man sich für eine berufliche Weiterbildung entscheidet, genau darüber klar wird, welche Form die Richtige ist. Faktoren dabei sind:

• die zur Verfügung stehende Zeit
• das eigene Lernverhalten
• und das Maß an Selbstdisziplin

Diese drei Punkte sind von Typ zu Typ unterschiedlich, beeinflussen die berufliche Weiterbildung aber maßgeblich. Manche lernen am besten, wenn sie sich die Zeit frei einteilen können und am weitestgehenden autark arbeiten. Für diesen Typ bietet sich als berufliche Weiterbildung ein Fernstudium ohne Präsenzphasen an. Andere wiederrum mögen es, wenn sie feste Daten und Lernräume haben, die ihnen Führung und Struktur bieten.

Wählt man eine berufliche Weiterbildung, die komplett konträr zum eigenen Lerntypus läuft, ist der Frust häufig vorprogrammiert. Hier sollte man vorab einmal ehrlich mit sich zu Gericht gehen und sich klarwerden, in welchem Umfeld man eine berufliche Weiterbildung gut absolvieren kann.


Das Ziel vor Augen

Neben der Beantwortung der Frage nach dem Lerntypus gibt es noch einen entscheidenden Faktor: das Ziel sollte attraktiv genug sein. Also was bringt mir die berufliche Weiterbildung am Ende des Tages. Es sollte so stark sein, dass es einen selbst aus möglichen Tiefs wieder herausziehen kann.


Vorausschauend planen

Jeder erlebt im Verlauf seines Lebens mehrere Umbrüche. Viele heiraten und bekommen Nachwuchs. Irgendwann planen Einige vielleicht den Bau eines Hauses. So banal des jetzt klingt, aber stehen solche Ereignisse an, sollte man sich sehr genau überlegen, ob man eine berufliche Weiterbildung on top auch noch bewerkstelligen kann. Häufig überschätzt man sich selbst und unterschätzt die eigenen Ressourcen, die eine berufliche Weiterbildung erfordert.


Während der beruflichen Weiterbildung

Auch mit guter Vorbereitung wird es immer mal wieder zu kleineren und auch größeren Tiefs kommen. Auch in dieser Zeit kann man immer wieder dagegen steuern.


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In den Alltag integrieren

Hilfreich ist, wenn man es schafft, die berufliche Weiterbildung fest in den Alltag zu integrieren. Das gilt nicht nur für mögliche Präsenzphasen, sondern auch für die Zeit, in der man sich den Lernstoff selbständig zu Eigen machen muss. Hier kann es helfen, selbigen in konkrete, kleinere Aufgaben zu unterteilen und sich für die Abarbeitung feste Zeiträume einzuplanen. Im Grunde geht es darum, sich seinen eigenen Lehrplan zu erarbeiten – und diesen auch verbindlich einzuhalten. Ansonsten läuft man schnell Gefahr, immer wieder Ausnahmen zu machen. Häufen sich die Lernpausen, verliert die berufliche Weiterbildung die nötige Priorität. Das wiederrum kann schnell zum Scheitern führen.


Die Barrieren klein halten

Ein Auslöser für Phasen der Demotivation sind häufig auch Misserfolge. Das kann ein schlechtes Prüfungsergebnis sein, woraufhin man die Mission „berufliche Weiterbildung“ vielleicht plötzlich in Frage stellt. Misserfolge können aber auch im Kleinen liegen. Zum Beispiel, wenn man sich in seinen Lehrplan zu ehrgeizige Lernstufen einbaut. Entweder man scheitert daran und schafft es nicht den geplanten Stoff abzuarbeiten. Oder aber es bietet einem schnell Anlass für Ausreden: „Ach, dass schaffe ich heute sowieso nicht mehr.“ In beiden Fällen ist man frustriert darüber, dass der Erfolg auf sich warten lässt und die Motivation sinkt – ein gefährlicher Teufelskreis. Man sollte die berufliche Weiterbildung lieber in wohldosierten Schritten angehen, damit schafft man sich selbst Erfolgserlebnisse und neue Motivation.


Vernetzung ist wichtig

Entscheidet man sich dafür, die berufliche Weiterbildung als Fernstudium zu absolvieren, kann es immer mal wieder Phasen geben, in denen man sich plötzlich allein gelassen fühlt. Mit der Eigenverantwortung, mit dem Lernstoff und den Prüfungsvorbereitungen. Darum ist es immer wichtig, sich zu vernetzen. Das gilt auch für jede andere berufliche Weiterbildung. Selbst wenn man eigentlich lieber für sich allein lernt, kann es doch immer mal wieder Fragestellungen geben, die man gerne diskutieren würde. Dann helfen Kommilitonen ungemein. Die müssen dabei nicht unbedingt neben einem sitzen, aber es tut gut zu wissen, dass man sie auf anderem Wege erreichen kann.

Eine andere Möglichkeit sind Mentoring-Programme, die einige Hochschulen anbieten. Manche Bildungsanbieter bieten auch Online-Lerngruppen an, denen man sich anschließen kann.


Im Fall der Fälle: Austauschen und analysieren

Steht man einmal wirklich vor der Wahl „hinschmeißen oder weitermachen“, dann sollte man sich unbedingt mit einem Dritten austauschen. Eine berufliche Weiterbildung ist immer ein Investment, zeitlich und teilweise auch finanziell. Das sollte man nicht so einfach aufgeben. Zunächst einmal sollte man für sich analysieren, was die Ursachen dafür sind, dass es nicht läuft wie gewünscht.

Im zweiten Schritt sollte man überlegen, welche von den Ursachen sich vielleicht einfach beheben lassen. Ist die Demotivation so groß, dass man hinschmeißen möchte, hilft ein Dritter möglicherweise die Dinge klarer zu sehen, erkennt Engpässe oder Denkfehler. Genauso wie man eine berufliche Weiterbildung nicht unüberlegt antreten sollte, genauso wenig sollte man sie unüberlegt abbrechen.


Die Tipps zum Durchhalten im Überblick:

• Das passende Format finden
Vorausschauend planen und eine möglichst ereignislose Zeit wählen
• Das große Ziel visualisieren und immer vor Augen halten
• Einen Lehrplan aufsetzen und einhalten – wichtig: auch Pausen einplanen
Kleine Ziele setzen, um Misserfolge zu vermeiden und die Erfolgserlebnisse zu mehren
Austauschen, wenn es mal hakt


Eine berufliche Weiterbildung ist immer eine große Sache. Umso größer ist aber die Belohnung, wenn man durchhält!
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